Café Lascaux

Heinz-Günter Weber's Medientheorie Blog

Von Lascaux nach Hollywood

Wildpferd in der Höhle von Lascaux

Wildpferd in der Höhle von Lascaux

Café Lascaux ist ein persönliches Weblog zu Film- und Medientheorie. An der Hochschule für Fernsehen und Film in München bin ich als Film-Praktiker auch mit Filmtheorie in Berührung gekommen, besonders intensiv mit Walter Benjamin.

Das Blog soll dazu dienen, Bausteine für eine aktuelle Medientheorie zusammenzustellen – eine Film- und Medientheorie, die die Rolle von Kunst und Film (aber nicht nur des Kunstfilms) richtig begreift und würdigt. Eine Perspektive, die die Film-Praxis und die Film- und Medientheorie besser zusammen bringt.

Diese Bausteine sind sowohl fremde Zitate und Definitionen, als auch eigene Gedanken und Ideen. Das Medium des Weblogs scheint passend, um die Bausteine ordnen zu können, ohne sie sofort in ein fertiges Gedankengebäude zu bringen.

Und warum “Café Lascaux”?

Mir gefällt der Gedanke, dass die Funktion der Medien für unsere Zivilisation heute eine ähnliche sein könnte,  wie es die der Höhlengemälde für die Menschen vor 15.000 Jahren waren. Sind die Funktionen der Höhlenmalereien von Lascaux für die frühen Zivilisationen vergleichbar mit der Funktion der modernen Medien für die heutige Entwicklung der Gesellschaften und Kulturen ?

Die Vergleichbarkeit liegt vielleicht nicht auf der Hand. Aber kommt man umhin, an “virtuelle Realitäten” zu denken, an die Intensität von “großem Kino”, wenn man sich die Erlebnisse der Höhlenbesucher im Zeitalter der Eiszeitkunst vorzustellen versucht (siehe Lascaux Video)? Egal, ob es nun dort um die Beschwörung magischer Kräfte für die Jagd ging, um Orte für Schamanenreisen in andere Wirklichkeiten, um den Kontakt mit der Unterwelt und Götterwesen oder um die Vernetzung von Clans verschiedener Regionen untereinander. Die prähistorischen Höhlen Europas als erste soziale Netzwerke?

Zunächst nur ein externer Link hierhin zu einer Zusammenfassung der bisherigen Deutungen der Höhlenmalerei von Lascaux durch den Journalisten Hans-Peter Willig. Eine andere, neue Deutung ergibt sich aus den Arbeiten der französischen Wissenschaftlerin Chantal Jègues-Wolkiewiez: Sie deutet Lascaux als erstes Sternenobservatorium der Menschheit, als eine frühe “Kathedrale des Kosmos”, um mit der Buchautorin Sonja U. Klug zu sprechen – die den Titel allerdings auf Chartres bezieht.

Von Lascaux nach Hollywood, von Lascaux in den Cyberspace (-> Facebook) – und  (im ungünstigen Fall??) auch wieder zurück?

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