Café Lascaux – Medien / Politik / Philosophie

Ein Blog von Heinz-Günter Weber

Von Lascaux nach Hollywood

Wildpferd in der Höhle von Lascaux

Wildpferd in der Höhle von Lascaux

Café Lascaux ist ein persönliches Blog zu Themen rund um Film und Medien. An der Hochschule für Fernsehen und Film in München bin ich als Film-Student sowohl mit Praxis als auch mit der Theorie in Berührung gekommen, besonders intensiv mit Walter Benjamin.

Die Filmkritik, aber auch allgemein die Medienrezension, gibt sich für mich heute oft zu schnell einem abgegriffenen Kulturpessimismus hin, wie er in den Frühzeiten des Films schon gern gepflegt wurde.  Dafür mag ein Zitat des Schriftstellers Georges Duhamel stehen:

„(Film ist ein…) Zeitvertreib für Heloten, eine Zerstreuung für ungebildete, elende, abgearbeitete Kreaturen, die von ihren Sorgen verzehrt werden…ein Schauspiel, das keinerlei Konzentration verlangt, kein Denkvermögen veraussetzt…kein Licht in den Herzen entzündet und keinerlei Hoffnung weckt als die lächerliche, eines Tages in Los Angeles ‘Star’ zu werden“.

Diesem herablassenden Gestus gegenüber der Medienkultur, sofern sie Massenkultur ist, steht etwa die beobachtende, offenere Haltung Walter Benjamins entgegen:

„Innerhalb großer geschichtlicher Zeiträume verändert sich mit der gesamten Daseinsweise der menschlichen Kollektiva auch die Art und Weise ihrer Sinneswahrnehmung.“

In der einfachen Formulierung „verändert sich“ öffnet Benjamin der Komplexität der gegenseitigen Beeinflussung von Mensch, Medien und Gesellschaft breiten Raum, und er enthebt so  manche ideologische Voreingenommenheit ihrer scheinbaren Selbstverständlichkeit.

Dies ist eine nach wie vor aktuelle Botschaft Walter Benjamin’s.

Bei Prof. Dr. Manfred Faßler (J.W.Goethe-Univ. Frankfurt) liest sich das heute z.B. so:

„Die Medienevolution greift ständig in den Aufbau sozialer Systeme ein …“,

sie wird von diesen beeinflusst, entzieht sich dabei aber der direkten Interpretation und Beeinflussung.

„Möglich, dass diese Erfahrung für viele Medienkritiker Grund genug ist, Medienevolution zu vertrauen: Sie revidiert den so schön gepflegten Aufbau einer stabil geglaubten Kultur.“

Dieses Blog soll dazu dienen, Bausteine einer für mich angemesseneren Medientheorie zu sammeln – eine Film- und Medientheorie, die Kunst, Film (aber nicht nur des Kunstfilms) und Medien als lebendige Kultur- und Überlebenswerkzeuge unserer Gattung versteht und würdigt.

Und die der Medienevolution ein gelassenes, nicht naives, immer neu zu begründendes Vertrauen entgegenbringt.

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